On-Premise vs. Cloud: Das richtige Deployment für IIOT
4.3.23, 11:00

Louisa Desel
CEO

Die Wahl der richtigen Software-Implementierungsstrategie ist für Industrieunternehmen von entscheidender Bedeutung. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung setzen Unternehmen verstärkt auf intelligente Softwarelösungen für Prozessoptimierung, vorausschauende Wartung, Qualitätskontrolle, Optimierung der Lieferkette und vieles mehr. Eine zentrale Frage, die sich seit Jahren immer wieder stellt, lautet: Sollten Unternehmen ihre Software lokal betreiben oder in die Cloud migrieren? Beide Ansätze bieten spezifische Vorteile, und die beste Wahl hängt von den individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Unternehmens ab.
In diesem Artikel werden wir die Vorteile von On-Premise- und Cloud-basierten Softwarebereitstellungen untersuchen und die Auswirkungen der Cloud-Migration für ein mittelständisches Unternehmen als Beispiel aus der Kunststoffindustrie veranschaulichen.
Die Vorteile der On-Premise-Bereitstellung
Traditionell setzen Industrieunternehmen auf On-Premise-Softwarelösungen. In dieser Konfiguration laufen alle Daten und Anwendungen auf firmeneigenen Servern, was mehrere Vorteile bietet:
Datenkontrolle und -sicherheit: Sensible Produktions- und Kundendaten verbleiben im internen Netzwerk des Unternehmens, wodurch die wahrgenommene Besorgnis über externe Datenschutzverletzungen oder Compliance-Probleme reduziert wird.
Anpassung und Integration: On-Premise-Bereitstellungen bieten mehr Flexibilität bei der Anpassung der Software an spezifische betriebliche Anforderungen und gewährleisten eine nahtlose Integration in die bestehende Infrastruktur.
Zuverlässige Leistung: Da die Datenverarbeitung lokal erfolgt, vermeiden On-Premise-Lösungen Latenzprobleme, die bei Cloud-basierten Anwendungen auftreten können. Dies ist insbesondere für die Echtzeit-Maschinensteuerung von Bedeutung.
Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen: Branchen mit strengen Datenschutzgesetzen verlangen unter Umständen die Speicherung und Verarbeitung von Daten im eigenen Haus, um den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen.
Allerdings bringen On-Premise-Lösungen Herausforderungen mit sich, wie z. B. hohe anfängliche Infrastrukturkosten, komplexe Wartung und die Notwendigkeit von hauseigenem IT-Fachwissen.
Die Vorteile cloudbasierter Software
In den letzten Jahren hat Cloud Computing die Industriesoftware revolutioniert und bietet eine skalierbarere und effizientere Alternative zur On-Premise-Bereitstellung. Cloud Computing bietet deutliche Vorteile, die wichtigsten sind:
Skalierbarkeit und Flexibilität: Cloudbasierte Software lässt sich problemlos an sich ändernde Geschäftsanforderungen anpassen, ohne dass kostspielige Hardware-Upgrades erforderlich sind.
Geringere Wartungskosten: Cloud-Anbieter übernehmen Updates, Sicherheitspatches und die Systemwartung, wodurch der IT-Aufwand für Unternehmen reduziert wird.
Fernzugriff: Cloud-Lösungen ermöglichen den Echtzeit-Datenzugriff von jedem beliebigen Ort aus und unterstützen so verteilte Teams und die Fernüberwachung.
Datensicherheit: Zahlreiche Methoden und Algorithmen gewährleisten eine sichere Datenübertragung und -speicherung für die teilnehmenden Unternehmen.
Verbesserte Zusammenarbeit und KI-Integration: Cloud-Plattformen ermöglichen einen nahtlosen Datenaustausch zwischen verschiedenen Abteilungen und Standorten.
Viele Anbieter von Cloud-basierten Lösungen erfüllen bereits die Branchenvorschriften und bieten die Möglichkeit, bei hoher Datensensibilität zusätzliche externe Dienstleister hinzuzuziehen.
Fallstudie: Agathons Weg von On-Premise zur Cloud
Ein Paradebeispiel für einen erfolgreichen Übergang von On-Premise- zu Cloud-Lösungen ist die Agathon GmbH, ein Hersteller von hochpräzisen Schokoladenformen. Anfangs setzte Agathon die Industriesoftware von OSPHIM auf eigenen Servern ein, um die volle Kontrolle über seine Produktionsdaten zu behalten. Das Unternehmen stieß jedoch auf mehrere Herausforderungen:
Für die Verwaltung von Systemaktualisierungen war ein VPN-Zugriff auf interne Server erforderlich, wodurch potenzielle Sicherheitsrisiken entstanden.
Der Ausbau der Rechenkapazitäten erforderte kontinuierliche Investitionen in Hardware.
Die Wartung und Fehlerbehebung der IT-Systeme belastete die internen Ressourcen.
Um diese Hindernisse zu überwinden, migrierte Agathon seine Softwareinfrastruktur auf die Cloud-Plattform von OSPHIM, die auf Microsoft Azure gehostet wird. Dieser Übergang führte zu mehreren Verbesserungen:
Kosteneffizienz: Durch die Cloud-Bereitstellung entfiel die Notwendigkeit der lokalen Serververwaltung, und die Wartungskosten wurden reduziert.
Nahtlose Updates und Sicherheit: Die Cloud-basierte Plattform von OSPHIM gewährleistet automatische Software-Updates und eine robuste Verschlüsselung für die Datensicherheit.
Erweiterte KI-Fähigkeiten: Agathon nutzte cloudbasierte Modelle des maschinellen Lernens zur Echtzeit-Prozessoptimierung und verbesserte so Produktqualität und Effizienz.
Fazit: Die richtige Wahl treffen
Sowohl lokale als auch Cloud-basierte Softwarebereitstellungen haben ihre Vorteile, und die optimale Wahl hängt von den Prioritäten des Unternehmens ab. Lokale Lösungen bieten beispiellose Datenkontrolle und Zuverlässigkeit, während Cloud-Plattformen Flexibilität, Kosteneinsparungen und Zugriff auf fortschrittliche KI-gestützte Analysen ermöglichen.
Agathons Entscheidung für die Cloud verdeutlicht das transformative Potenzial cloudbasierter Software im industriellen Umfeld. Durch die Reduzierung der IT-Komplexität und den Einsatz KI-gestützter Prozessoptimierung können Unternehmen die digitale Transformation vorantreiben und sich in einer zunehmend datengetriebenen Welt Wettbewerbsvorteile sichern.
