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Sommerevent „Kunststoff & KI“: Praxistaugliche KI-Lösungen

7/1/26, 10:00 AM

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Louisa Desel

Im Fokus stand eine zentrale Botschaft: KI ist kein abstraktes Zukunftsprojekt mehr – die Technologie ist heute verfügbar und kann Kunststoffverarbeiter dabei Unterstützen, Prozesse effizienter zu gestalten, Fachwissen zu sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig auszubauen.


Fachvorträge, Live-Demonstrationen an der Spritzgussmaschine, interaktive Masterclasses und gezieltes Networking standen auf dem Programm. Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter erfolgreich auf die KI-Reise mitnehmen können, zeigte Tanja Sprehe vom Unternehmen Pöppelmann in der Keynote anhand der unternehmenseigenen KI-Initiative „MIA“. Der Erfolg basiert auf einem klar strukturierten, vierstufigen Prozess: Informieren, Verstehen, Entscheiden und Umsetzen. Ein wesentlicher Hebel war dabei die Ausbildung interner „Power User", die als Multiplikatoren das Vertrauen in die neue Technologie stärkten.


Vom digitalen Maschinenassistenten bis zur Kreislaufwirtschaft

Das Event machte deutlich: KI schafft entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Kunststoffindustrie messbaren Nutzen. ARBURG präsentierte sowohl im Fachvortrag als auch live an der Spritzgussmaschine auf der Eventfläche ihre digitalen Assistenzsysteme für die Produktion. Dazu gehörten unter anderem der AXW Control Recyclate Pilot sowie der Ask ARBURG Chatbot, die Bediener im Produktionsalltag unterstützen und den Zugang zu Prozessund Maschinenwissen vereinfachen. Im Rahmen der Live-Produktion demonstrierte OSPHIM den nächsten Schritt zur intelligenten Fertigung: Direkt an der Spritzgussmaschine wurde eine vollautomatisierte Prozessbemusterung durchgeführt. Die OSPHIM-App überwachte den laufenden Produktionsprozess datenbasiert in Echtzeit und unterstützte mit einer teilautomatisierten Prozessanalyse dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Optimierungspotenziale gezielt zu identifizieren. Ergänzend zeigte Tool-Temp, wie Temperierprozesse mithilfe des „thermischen Fingerabdrucks“ intelligent überwacht werden können. Dadurch lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen, Fehlerursachen schneller diagnostizieren und die Prozessstabilität nachhaltig verbessern.


Über die Produktion hinaus verdeutlichte TOMRA, wie KI-basierte Objekterkennung neue Möglichkeiten für Kunststoffsortierung und Kreislaufwirtschaft schafft. Plastics Europe ordnete die Entwicklungen aus Branchensicht ein und zeigte die Bedeutung digitaler Technologien für eine nachhaltige und international wettbewerbsfähige Kunststoffindustrie auf. Der KI Bundesverband und das AI Village ergänzten die industrielle Perspektive durch konkrete Ansätze zum Kompetenzaufbau. Sie machten deutlich, wie Netzwerke, Kooperationen und praxisnahe Lernangebote Unternehmen dabei unterstützen, Einstiegshürden abzubauen und KI erfolgreich in die Organisation zu bringen. Neben den Fachvorträgen und der Live-Produktion boten zwei parallel laufende Masterclasses für KI-Einsteiger und Fortgeschrittene die Möglichkeit, konkrete Fragestellungen aus der Praxis zu vertiefen. Während die Einsteiger-Masterclass Unternehmen Orientierung für die ersten Schritte mit Künstlicher Intelligenz gab – von der Identifikation geeigneter Anwendungsfälle bis zur erfolgreichen Einbindung der Mitarbeitenden – standen bei der Fortgeschrittenen-Masterclass Themen wie Datenverfügbarkeit, technische Integration, Skalierung von KI-Lösungen und die Umsetzung produktionsnaher Use Cases im Mittelpunkt.


Eine begleitende Branchenumfrage unter den Teilnehmenden zeigte zudem ein klares Bild: Das Interesse an KI in der Kunststoffindustrie ist groß – gleichzeitig befinden sich viele Unternehmen noch am Anfang ihrer Transformationsreise. Häufig stehen nicht mehr die Fragen nach der grundsätzlichen Relevanz von KI im Vordergrund, sondern vielmehr: Wie starte ich richtig? Welche Voraussetzungen brauche ich? Und wie bringe ich KI erfolgreich in die Produktion?


Ein weiteres Highlight war die Live-Aufzeichnung einer Episode des SKZ-Podcasts „Kunststoff nachgefragt“ direkt auf der Eventfläche. Gemeinsam mit Speakern und Gästen wurden die zentralen Erkenntnisse des Tages diskutiert: Wo steht die Kunststoffindustrie beim Thema KI heute, welche Herausforderungen müssen Unternehmen überwinden und welche Chancen entstehen durch intelligente Fertigungssysteme?


„KI ist kein theoretisches Zukunftskonzept und keine Magie, sondern ein hochgradig pragmatisches Werkzeug zur Effizienzsteigerung und zur Sicherung von Prozesswissen", erklärt Dr. Louisa Desel, CEO und Mitgründerin von OSPHIM. „Die Kooperationen auf dem SommereEvent haben bewiesen: Wer die Scheu vor der Vorreiter-Rolle ablegt, erste konkrete Schritte mit KI geht und die Technologie gezielt in der Produktion einsetzt, kann bereits heute messbare Wettbewerbsvorteile realisiere."

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